|
Streuwiesen sind besonders artenreiche, ungedüngte Wiesen auf wechselfeuchten bis nassen Standorten. Traditionell werden Streuwiesen einmal pro Jahr im Herbst gemäht, das Schnittgut wird als Einstreu verwendet.
Die Entwicklung der einzelnen Arten läuft zeitlich versetzt, daher zeichnen sich Streuwiesen durch abwechslungsreiche Blühaspekte vom Frühjahr bis in der Herbst hinein aus.
Streuwiese ist nicht gleich Streuwiese!
Im Natura 2000-Gebiet „Untersberg-Vorland“ kommen aus europäischer Sicht zwei wichtige Streuwiesentypen vor:
Pfeifengrasstreuwiesen
Pfeifengrasstreuwiesen tragen ihren Namen nach dem Pfeifengras (Molinia caerulea), dessen biegsame Halme nur am Grund Knoten besitzen. Sie wurden daher früher gerne zum Reinigen von Tabakpfeifen verwendet. Die dunkelvioletten Ähren überziehen im Hochsommer ausgedehnte Flächen mit einem zarten Farbschimmer. Im Spätsommer nehmen Pfeifengraswiesen eine typische braunrote Färbung an.
Kalkreiche Niedermoore / Kleinseggenriede
Kleinseggenriede wachsen auf nährstoffarmen, gut durchfeuchteten bis quellnassen Böden. Ihr Bild ist durch niedrige Sauergräser geprägt. Im Gebiet sind das Davallseggenried und das Kopfbinsenried anzutreffen.
Botanische Kostbarkeiten der Streuwiesen
Neben etlichen Orchideen und Enzian, Mehlprimel, Trollblume und Zittergras finden sich auch einige botanische Kostbarkeiten in den Streuwiesen. So galten z.B. Zwiebel-Binse (Juncus bulbosus) und die Stumpfblütige-Binse (Juncus subnodulosus) in Salzburg bereits als verschollen, im Gebiet wurden sie jedoch wiederentdeckt!
|