TRADITIONELLE BEWIRTSCHAFTUNG


 
     

Streuwiesen sind das Ergebnis einer über einen langen Zeitraum ausgeübten Nutzung. Sie stellen aus kulturhistorischer Sicht die letzten Reste einer Wirtschaftsform dar, deren Ursprung mehrere hundert Jahre zurückliegt.

Durch die Rodung der Wälder am Hangfuß entwickelten sich bei regelmäßiger Nutzung großflächige nasse Wiesen. Traditionell wird die Streumahd im Spätsommer oder Herbst durchgeführt, wenn die oberirdischen Pflanzenteile bereits weitgehend abgestorben und vertrocknet sind (bessere Streu!). Die Mahd verhinderte eine Wiederbewaldung und schuf für zahlreiche lichtbedürftige Arten dauerhafte Lebensmöglichkeiten.

Mit der Einführung der Schwemmentmistung Mitte des 20 Jhd. verloren die Streuwiesen jedoch an Bedeutung. Die schwierige Mahd der sehr nassen Wiesen ist nun vielerorts nicht mehr rentabel. Ihre Nutzung wird häufig aufgegeben oder sie werden durch Entwässerungen zu häufiger gemähten Futterwiesen umgewandelt.  

Mit Verlust der traditionellen Bewirtschaftung der nassen Wiesen geht jedoch nicht nur ein Kulturgut der bäuerlichen Landschaft verloren, sondern auch die charakteristische Flora und Fauna der Streuwiesen.

Wiesenbewirtschaftung um 1930